Psychotherapie-Blog

Gegen Gewalt an Frauen

Hallo, liebe Menschen!

Zwischen dem 25. November (Internationaler Gedenktag für alle Frauen und Mädchen, die Opfer von Gewalt wurden) und dem 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) fanden 16 Aktionstage statt, die uns einmal mehr ins Bewusstsein bringen sollen, wie gefährdet Frauen im Allgemeinen gegenüber männlicher Gewalt sind. Nun ist Gewalt an sich nicht männlich, natürlich üben auch Frauen Gewalt aus. Wer erinnert sich in diesem Zusammenhang nicht an Elfriede Blauensteiner (sie wurde aus Geldgier zur Serienmörderin) oder an die „Eisprinzessin“ (Biografische Gründe)? Dass sich die wenigsten auch nur an einen der über 30 Männer, denen im vergangenen Jahr alleine in Österreich eine Frau zum Opfer gefallen ist, erinnern, zeigt schon das Ausmaß des Ungleichgewichtes.

Gewalt beginnt in der Sprache. Hier sind wir alle gefordert, uns zu wehren, uns einzumischen. In diesem Zusammenhang erscheint es mir besonders wichtig, zuallererst einmal die eigenen Sprach- und Denkmuster zu überprüfen. Wie schnell sind wir bereit, negative Urteile abzugeben? Wie viele Schimpfwörter schleichen sich in unseren Sprachgebrauch, ohne zu überlegen, ohne nachzudenken?

Am Ende des Tages müssen wir den Umgang mit unserem Selbst hinterfragen. Eine entwertende Haltung dem eigenen Sein gegenüber ist meiner Meinung nach die Keimzelle für eine aggressive Grundstimmung und damit ein möglicher Ausgangspunkt für Gewalt anderen gegenüber. Dass es hier tendenziell die Schwachen in unserer Gesellschaft trifft, liegt in der Natur der Sache.

Meine Frage lautet diesmal: Sind Sie der Ansicht, dass es Menschen/Frauen gibt, die „es“ nicht anders verdient haben?

Raum, Schutz und Halt wünscht Ihnen

Melitta Klauß